Patienteninformation zu Aktinischen Keratosen

Sonnenstrahlen können unsere Haut schädigen: als akute Reaktion auf eine zu intensive Sonneneinstrahlung kennt jeder den Sonnenbrand Als chronische Folge häufiger Sonnenbrände oder einer jahrelangen Sonneneinwirkung entstehen sog. solare (aktinische) Keratosen. Dies sind raue schuppende Bereiche auf der Haut, die trotz Eincremens nicht abheilen. Sie finden sich häufig auf dem Nasenrücken, auf Wangen, Stirn, Glatze, Ohren und Handrücken, seltener auf Unterlippen und Schultern und treten einzeln oder in großer Anzahl auf. Je heller der Hauttyp ist, umso empfindlicher reagiert die Haut auf UV-Strahlen. Personen, die sich viel im Freien aufhalten, sind stärker gefährdet.
Sollten sich Aktinische Keratosen oder weisser Hautkrebs als beruflich bedingt zeigen (Berufsgruppen aus wie Strassen- und Gartenbau, Landwirtschaft, Hafen, Kindergärtner usw) muss die Unfallkasse informiert werden, auch nach Ende der Berufstätigkeit.
Auch der Aufenthalt in Ländern mit überdurchschnittlicher Sonneneinstrahlung erhöht die Gefahr schwerer Lichtschäden. Da es sich bei den aktinischen Keratosen um Vorstufen des weißen Hautkrebses handelt, sollte in jedem Fall rechtzeitig eine Behandlung durchgeführt werden.
Es gibt eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten, die ich Ihnen kurz erläutern möchte:
  1. Kürettage: Entfernung der geschädigten Areale in örtlicher Betäubung mit einem scharfen Instrument, überwiegend narbenlose Abheilung.
  2. Kryotherapie: Einsprühen mit flüssigem Stickstoff und Zerstörung des kranken Gewebes durch Kälte, ggf. mehrfache Wiederholung. Diese Methode eignet sich nur bei einzelnen isolierten Herden. Anschließend ist die Haut gerötet, verschorft und heilt nach etwa 2 Wochen mit leichter Narbenbildung ab.
  3. Chemical Peeling: hier wird eine Gewebezerstörung durch ätzende Substanzen erreicht. Nebenwirkung: kurzzeitig Schmerzen, geringe Narbenbildung.
  4. Creme-Therapie mit Solacutan oder Solaraze: Mildes Abschuppen der erkrankten Areale, Anwendung über mehrere Wochen, 2x täglich. Wird von mir bei großflächigem Auftreten der Keratosen als Erstbehandlung empfohlen.
  5. Creme- Therapie mit Aldara oder Zyclara: Cremes, die die körpereigene Abwehr anregen, werden mehrere Wochen lang auf die erkrankten Areale aufgetragen. Hierbei kommt es zu teilweise unschönen Entzündungserscheinungen mit Rötungen, Schwellungen und Krustenbildungen. Diese Reaktionen sind aber als positives Zeichen für das Ansprechen der Therapie zu sehen.
  6. Photodynamische Therapie: einmaliges Auftragen einer lichtsensibilisierenden Creme auf die Hautareale (auch auf große Flächen wie Stirn und Glatze), anschließend 4 Stunden lichtdichter Verband, danach eine 30minütige Belichtung mit speziellem Rotlicht. Hiernach kommt es zu einer sonnenbrandähnlichen Reaktion mit Zerstörung nur der bösartigen Zellen, die unterschiedlich stark sein kann (auch mit Verkrustungen und Hitzegefühl). Allmähliche Abschuppung und Rötung der Haut (ca. 3-8 Tage). Dann Abheilung ohne Narbenbildung! Diese sehr moderne Behandlung wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht erstattet (Kosten zw. 140 und 260 €).
Benutzen Sie in jedem Fall immer eine Lichtschutzcreme mit hohem Lichtschutzfaktor, am besten Daylong mit LSF 50. Oder lassen Sie sich von den Helferinnen beraten.
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